Protokoll der Unterstützung eines Asylbewerbers beim Bundesamt für Migration und Flüchtling

Der Diplom-Psychologe Dr. Manfred Schneider aus Güls hat den Asylbewerber H. am 20.2.14 nach Trier begleitet, um ihn dort bei seiner Anhörung im Bundesamt für Migration und Flüchtling (Dasbachstr. 15b, 54292 Trier) zu unterstützen. Es folgt sein Bericht über diesen Termin:

“Der Asylbewerber E. und ich begleiteten H. zu seiner Anhörung in Trier um 10.00 Uhr am 22.2.14. Das Gebäude liegt in einem Komplex von ehemaligen französischen Kasernen, die sich auf einem größeren Areal ausbreiten. In dem Warteraum befanden sich ca. 25 bis 30 Personen unterschiedlicher Nationalität, ein großer Teil wohl aus mehr arabischen Ländern und dem Nahen Osten, auch Familien mit Kindern, Personen im Alter von 25 bis 50. Die Atmosphäre empfand ich als bedrückend. Die Personen waren sehr einfach gekleidet.

H. kam erst nach 11.00 dran. Meine Begleitung bei der Anhörung wurde abgelehnt mit der Begründung, ich sei kein Rechtsanwalt und meine Begleitung aus medizinischer Sicht nicht nötig. Es sei kein öffentliches Verfahren. Der Hinweis, im Internet wird eine Begleitung als möglich beschrieben, wurde von Herrn M. in bestimmendem Ton abgelehnt.

E. und H. waren bereits vor ca. einem Jahr in diesem Auffanglager/Übergangslager für ca. 3 Monate. Ich wollte einige Gebäude näher kennenlernen. Der Eindruck war deprimierend. In den Schlafräumen waren Zweierbetten übereinandergestellt, Schlafgelegenheiten für mindestens 14 bis 20 Personen, die Räume voll belegt. Schränke für Persönliches konnte ich nicht entdecken. In einem Raum war eine große Familie untergebracht. Die Verweildauer wurde mit 10 Tagen und länger angegeben. Da Mittagszeit war, drängte sich eine lange Schlange vor der Essensausgabe. In einem Plastikkorb holten sich die recht ärmlich Aussehenden ein warmes Essen in Alufolie, Brötchen und etwas Obst ab. Hungern musste keiner.
Einige Gänge waren vor längerer Zeit einmal bunt gestrichen worden. Duschen konnte man sich von 9 bis 11 und von 19 bis 21 Uhr. Männer- und Frauentoiletten waren getrennt. Eine Möglichkeit zum Wäschewaschen und Geschirrspülen war gegeben.

Fazit: Ein längerer Aufenthalt in so einem Massenquartier hier ist schlecht aushaltbar. Die Atmosphäre macht jeden normalen Menschen depressiv (oder aggressiv). Verglichen mit den Zeltlagern wegen des Syrienkriegs in den benachbarten Ländern allerdings ein noch aushaltbares Notlager. Ein schlechter Vergleich. Ein Dach über dem Kopf und ausreichend Essen ist in der Not sicherlich sehr wichtig. Dennoch schrecken solche Massenunterkünfte in Kasernen wie in Trier zunächst ab.

H. selbst hatte nach der Anhörung einen positiven Eindruck vom Gespräch mit der Hoffnung auf Anerkennung seines Asylantrags. Ein schriftlicher Bescheid soll ihm in nächster Zeit zugehen.

Nach dem anstrengenden Vormittag gingen wir in die Altstadt und besuchten den Dom und die Liebfrauenkirche (?) nebenan.”

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